München-Allach, Allacher Lohwald und Allacher Heide

Allacher Heide


Allacher Heide / West (Juli 1995)
blütenreiche Kalkmagerrasen mit Echtem Labkraut, 
Skabiosen-Flockenblumen und Ästigen Graslilien



Allacher Heide / West (September 1998)
im Hintergrund der rücksichtslos durch Heide und Lohwald 
durchgelegte Rangierbahnhof, ein Projekt noch aus der Nazizeit, 
1988 ff gegen erbittertem Widerstand doch noch realisiert

 

Ehemals schafbeweidete, aktuell durch Pflegemaßnahmen (vorbildliche Teilflächenmahd, Gehölzrückschnitt durch den Landesbund für Vogelschutz, Kreisgruppe München) erhaltene Heideflächen nahe der Ludwigsfelder Straße und östliche des Allacher Lohwaldes. Im 20. Jahrhundert durch Überbauungen (v.a. ab 1988 durch den Rangierbahnhof) in Umfang und Qualität stark entwertet. Teilflächen mussten Stück für Stück kostspielig umziehen, ein Großteil unwiederbringlich zerstört. Aufgrund des hohen Nährstoffeintrages v.a. durch Luftschadstoffe infolge des Rangierbahnhofes und der verkehrsreichen Straßen ging die Sukzession (Wiederbewaldung) in den vergangenen Jahren merklich rasanter voran, so dass ein Fortbestehen vieler standorttypischer Tier- und Pflanzenarten auf Pflegemaßnahmen in ein- bis zweijährigem Rhythmus angewiesen sind.
2007 und 2008 im Juli durch rücksichtslose, ratzeputze Brutalo-Mahd des Münchener Gartenbaureferates zur Unzeit und praktisch ohne Bracheanteile massive Schädigungen (2007 östlich des Lohwaldrestes, 2008 Hauptfläche).     

Blütenpflanzen: u.a. Regensburger Ginster, Ästige Graslilie, Schwalbenwurz, Sonnenröschen, Golddistel, Fransen-Enzian, Hufeisenklee und Wundklee. 
Tagfalter: Bis etwa 1930 Vorkommen von u.a. Berghexe, Rostbinde und Kleinem Ochsenauge.
Aktuell noch Lebensraum von u.a. Schwalbenschwanz, Frühlings-Mohrenfalter, der Bläulinge Plebeius idas 
und Polyommatus bellargus sowie der Dickkopffalter Erynnis tages und Spialia sertorius

 

 

Artenliste (eigene Beobachtungen seit 1985) für Allacher Lohwald und Allacher Heide:
(fett hervorgehoben die naturschutzbedeutsamen Arten)

Schmetterlinge
Tagfalter (46 Arten)
Papilio machaon (Schwalbenschwanz)
Pieris brassicae (Großer Kohlweißling)
Pieris rapae (Kleiner Kohlweißling)
Pieris napi (Rapsweißling)
Anthocharis cardamines (Aurorafalter)
Colias hyale (Goldene Acht)
Colias alfacariensis (Hufeisenkleegelbling)
Gonepteryx rhamni (Zitronenfalter)
Apatura iris (Großer Schillerfalter)
Apatura ilia (Kleiner Schillerfalter)
Limenitis camilla (Kleiner Eisvogel)
Inachis io (Tagpfauenauge)
Aglais urticae (Kleiner Fuchs)
Polygonia c-album (C-Falter)
Vanessa atalanta (Admiral)
Vanessa cardui (Distelfalter)
Araschnia levana (Landkärtchen)
Argynnis paphia (Kaisermantel)
Issoria lathonia (Kleiner Perlmuttfalter)
Boloria euphrosyne (Früher Perlmuttfalter)
Boloria dia (Magerrasen-Perlmuttfalter)
Melanargia galathea (Schachbrett)
Erebia medusa (Frühlings-Mohrenfalter)
Maniola jurtina (Großes Ochsenauge)
Aphantopus hyperantus (Schornsteinfeger)
Coenonympha pamphilus (Kleines Wiesenvögelchen)
Coenonympha arcania (Weißbindiges Wiesenvögelchen)
Pararge aegeria (Waldbrettspiel)
Thecla betulae (Nierenfleck-Zipfelfalter)
Neozephyrus quercus (Blauer Eichen-Zipfelfalter)
Satyrium w-album (Ulmen-Zipfelfalter)
Lycaena phlaeas (Kleiner Feuerfalter)
Cupido minimus (Zwerg-Bläuling)
Celastrina argiolus (Faulbaum-Bläuling)
Plebeius idas (Idas-Silberfleckbläuling)
Aricia agestis (Sonnenröschen-Bläuling)
Polyommatus coridon (Silber-Bläuling)
Polyommatus bellargus (Himmelblauer Bläuling)
Polyommatus icarus (Hauhechel-Bläuling)
Carterocephalus palaemon (Gelbwürfeliger Dickkopffalter)
Thymelicus sylvestris (Ockergelber Braundickkopffalter)
Thymelicus lineola (Schwarzkolbiger Braundickkopffalter)
Ochlodes sylvanus (Rostfarbener Dickkopffalter)
Erynnis tages (Kronwicken-Dickkopffalter)
Spialia sertorius (Roter Würfeldickkopf)
Pyrgus malvae (Kleiner Würfeldickkopf)

Heuschrecken (13 Arten)

Barbitistes serricauda (Laubholz-Säbelschrecke)
Tettigonia viridissima
(Grünes Heupferd)
Metrioptera roeselii (Rosels Beißschrecke)
Metrioptera bicolor (Zweifarbige Beißschrecke)
Pholidoptera griseoaptera (Gewöhnliche Strauchschrecke)

Tetrix tenuicornis (Langfühler-Dornschschrecke)

Oedipoda caerulescens (Blauflügelige Ödlandschrecke)
Euthystira brachyptera (Kleine Goldschrecke)
Stenobothrus lineatus (Heidegrashüpfer)
Gomphocerippus rufus (Rote Keulenschrecke)
Chorthippus biguttulus (Nachtigall-Grashüpfer)
Chorthippus brunneus (Brauner Grashüpfer)
Chorthippus parallelus (Gemeiner Grashüpfer)

 




Allacher Heide / Ost (Juni 1997)
im Hintergrund der östliche Waldrand vom Lohwald
Blühaspekt Wiesen-Salbei, Hufeisenklee und Spargelbohne



Allacher Heide / Ost (Juli 1999), Teilmahd im Hochsommer




Allacher Heide / West (September 1998)




Allacher Heide / West (April 1999)
Blühaspekt Wiesenschlüsselblume, Frühlings-Fingerkraut und Zypressen-Wolfsmilch

 



Teilzerstörung des Allacher Lohwaldes durch den Bau des Rangierbahnhofes (Mai 1989)

Allacher Lohwald

Durch verschiedene Überbauungsmaßnahmen (MAN / MTU nach 1945, 
Rangierbahnhof ab 1989 und Autobahn ab 1995) stark entwertetes und geschrumpftes Waldgebiet, 
ehemalig eines artenreichsten und schönsten Waldgebiete Bayerns am Übergang der Schotterebene zum Dachauer Moos.

An Schmetterlingen kamen noch bis etwa 1940 u.a. Gelbringfalter, Wald-Wiesenvögelchen  und der Hecken-Wollafter vor, 
aktuell noch u.a. Kleiner Eisvogel, Früher Perlmuttfalter und Ulmen-Zipfelfalter 

 


München-Allach in Google Earth: