Sanddorn-Magerwiese bei Fasanerie

Magerwiese vom nördlichen Lärmschutzwall des
Rangierbahnhofes aus (Mai 1995)
Aktuelle Anmerkung: Das Vorkommen der FFH-Art Maculinea nausithous scheint zwischenzeitlich erloschen zu sein, wohl in erster Linie infolge der zu geringen Größe und fehlenden Vernetzung der Restfläche. Pflegemaßnahmen des Landesbund für Vogelschutz, Kreisgruppe München Sommermahd während der Flugzeit (im Juli/August !!) haben möglicherweise der Art endgültig den Rest gegeben und auch weitere naturschutzbedeutsame Arten in Mitleidenschaft gezogen (wie auch Pflegemaßnahmen des Gartenbaureferates München auf der benachbarten Allacher Heide in den Jahren 2007 und 2008).
Beschreibung:
Zwischen den Münchner Siedlungen
Ludwigsfeld und Fasanerie liegt unmittelbar am nördlichen Lärmschutzwall des riesigen neuen Rangierbahnhofes eine sehr
artenreiche Magerwiese. Sie ist ein
winziger Überrest der bis 1988 auf dem Gelände des heutigen Rangierbahnhofes
liegenden, 50 Jahre lang der natürlichen Sukzession überlassen gebliebenen und jetzt weitgehend überbauten Flächen.
Auf der seit 1995/96 wieder gemähten Magerwiese
finden sich größere Sanddornbüsche, die im Herbst an den leuchtenden, roten
Beerenfrüchten erkennbar sind. An
Blütenpflanzen kommt u.a. die Spargelbohne (Tetragonolobus maritimus) vor,
ein gelb blühender Schmetterlingsblütler, der
wechselfeuchte Stellen bevorzugt, desweiteren
Hauhechel (Ononis spinosa), Gold-Distel (Carlina vulgaris), Warzen- Wolfsmilch (Euphorbia verrucosa), Hufeisenklee
(Hippocrepis comosa), Dost (Origanum
vulgare) und vereinzelt der Fransen-Enzian (Gentiana ciliata). Auf der infolge des Rangierbahnhofbaus verpflanzten
Pfeifengraswiese blüht der Weiden-Alant
(Inula salicina) und der Große Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis). Die gebüschreiche Magerwiese bietet aber auch einigen
Tieren einen Lebensraum, z.B. der
Zauneidechse. An Tagfaltern fliegen hier
interessante Bläulings- und Dickkopffalter-Arten, z.B. der an den Großen Wiesenknopf und an Ameisen gebundene
Bläuling Maculinea nausithous, der
Silberfleck-Bläuling Lycaeides idas, der als Raupe am Hufeisenklee lebende
Himmelblaue Bläuling (Lysandra bellargus), der
Kronwicken-Dickkopf (Erynnis tages) und
der auf den Kleinen Wiesenknopf angewiesene Rote Würfel-Dickkopf (Spialia
sertorius). Zahlreich fliegen hier auch die
Widderchen, insbesondere die fünffleckige Zygaena
viciae. Unter den Heuschrecken findet
sich die Blauflügelige Ödlandheuschrecke (Oedipoda caerulescens) und die Langflügelige Schwertschrecke
(Conocephalus discolor), die ähnlich wie
Maculinea nausithous Feuchtwiesen bewohnt und in München nur noch sehr selten vorkommt. Die in den Jahren 1994/95 fortschreitende Ausbreitung des
Land-Reitgrases und die Verbuschung mit
Sanddorn, Weiden und Birken dürfte bei regelmäßiger Mahd keine Gefahr mehr für dieses Münchner Naturkleinod sein.
(Text von 1996)
Artenliste (eigene Beobachtungen seit 1994) vom Rangierbahnhofgelände M-Moosach
und der nördlich angrenzenden Sanddornmagerweise und Brachfläche westlich der
Lassallestraße: naturschutzbedeutsame Arten
fett sind hervorgehoben
Schmetterlinge
Tagfalter (33 Arten)
Papilio machaon (Schwalbenschwanz)
Pieris brassicae (Großer Kohlweißling)
Pieris rapae (Kleiner Kohlweißling)
Pieris napi (Rapsweißling)
Colias hyale (Goldene Acht)
Colias alfacariensis (Hufeisenkleegelbling)
Gonepteryx rhamni (Zitronenfalter)
Inachis io (Tagpfauenauge)
Aglais urticae (Kleiner Fuchs)
Polygonia c-album
C-Falter Vanessa atalanta (Admiral)
Vanessa cardui (Distelfalter)
Araschnia levana
Landkärtchen
Melanargia galathea
(Schachbrett)
Erebia medusa
Frühlings-Mohrenfalter
Maniola jurtina Großes
Ochsenauge
Aphantopus
hyperantus Schornsteinfeger
Coenonympha arcania
Weißbindiges Wiesenvögelchen
Coenonympha pamphilus
Kleines Wiesenvögelchen
Thecla betulae (Nierenfleck-Zipfelfalter)
Cupido minimus (Zwerg-Bläuling)
Celastrina argiolus (Faulbaum-Bläuling)
Maculinea nausithous (Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling)
Plebeius idas (Idas-Silberfleckbläuling)
Polyommatus bellargus (Himmelblauer Bläuling)
Polyommatus icarus (Hauhechel-Bläuling)
Carterocephalus palaemon (Gelbwürfeliger Dickkopf)
Thymelicus sylvestris (Ockergelber Braundickkopf)
Thymelicus lineola (Schwarzkolbiger Braundickkopf)
Ochlodes sylvanus (Rostfarbener Dickkopf)
Erynnis tages (Kronwicken-Dickkopf)
Spialia sertorius (Roter Würfeldickkopf)
Pyrgus malvae (Kleiner Würfeldickkopf)
Heuschrecken (12 Arten)
Conocephalus fuscus (Langflügelige
Schwertschrecke)
Tettigonia viridissima (Grünes Heupferd)
Metrioptera roeselii (Rosels Beißschrecke)
Pholidoptera griseoaptera (Gewöhnliche Strauchschrecke)
Tetrix tenuicornis (Langfühler-Dornschschrecke)
Oedipoda caerulescens (Blauflügelige Ödlandschrecke)
Euthystira brachyptera (Kleine Goldschrecke)
Gomphocerippus rufus (Rote Keulenschrecke)
Chorthippus biguttulus (Nachtigall-Grashüpfer)
Chorthippus brunneus (Brauner Grashüpfer)
Chrthippus albomarginatus (Weißrandiger Grashüpfer)
Chorthippus parallelus (Gemeiner Grashüpfer)